Bericht von Missoula nach Walla Walla

W und W

 

Diese beiden W’s bedeuten für uns vier Dinge: Walla Walla (Ortschaft) und Wein und Wind. Wind hatten wir heute mehr als genug, Wein aber aber auch J.

 

Also, ausgehend von Missoula: Thèo hatte genau gleich viel Freude wie der Gründer von Adenture Cycling, als sich die beiden im Büro von AC getroffen haben. Jim Davies radelt sehr viel, vorallem mit seinen Kindern, und zwar überall auf der Welt. Es war ein riesen Hallo, ich habe dies Thèo von Herzen gönnen mögen. Als die ganze Begrüssungs- und Abschiedszeremonie zu Ende gegangen war, mussten wir uns sputen, denn auf uns wartete noch der Lolo Pass und vorallem die Lochsa Lodge. Über den Weg dorthin muss ich nichts mehr erzählen, ich glaube, Théo hat dies zur Genüge getan. Also, als wir diesen für mich naja eher lässigen Pass bezwungen hatten, ging es an die Abfahrt. Diese war mehr als unter aller S…, die Baustelle und die aufgeraute Strasse forderte alles von uns. Dafür war die Lochsa Lodge etwas vom Besten, was wir bis anhin hatten. Zwar gab es nur in einer Ecke vom Restaurant Internet, aber die Umgebung und das Ambiente war ein Traum, genau so wie unser Lodgehaus. Am morgen, als wir frühstücken gingen, feuerte einer der zahlreichen Biker in seinem Häuschen und das Bild vom aufsteigend Rauch aus dem Kamin werden wir auch nie vergessen. Ebensowenig wie Théo vergessen wird, dass er beim Einschlafen durch das Röhren eines Moose oder Elks in den Schlaf geschlummert wurde. Ich habe das leider nicht gehört. Am frühen Morgen ging es weiter dem Fluss entlang Richtung Kamiah (kämiei ausgesprochen). Alles durch wunderschöne Waldlandschaft, aber halt auch immer mit der Gewissheit,  Berglöwen oder anderem Getier zu begegnen. Dies war zum Glück nicht der Fall, nur ein Lastwagen, der in der Kurve und zwar auf unserer Seite gekippt war, hielt uns eine Zeitlang auf. Aber so haben wir hautnah erlebt, was wir sonst auf National Geographic immer schauen – die Rettung von verunfallten Lastwagen. Die  Serie spielt zwar immer am Coquihalla Pass, wo Jamie Davies aktiv ist, den wir ja in Hope besucht haben. Diesen Pass dürfen wir mit dem Rad übrigens nicht befahren….

 

Also, nach vielen Kilometern durch eine traumhafte Landschaft haben wir das Städtchen Kamiah erreicht. Übrigens mitten im Indianer Reservat gelegen. Wir haben dort auch viele Indiander gesehen, sie waren sehr freundlich und unsere Unterkunft sehr sauber. Weiter ging es am anderen Morgen wiederum dem Fluss entlang Richtung Clarkston resp. Lewiston. Was es mit diesen zwei Namen auf sich hat, hat Théo schon erklärt. Nach einem mit der Zeit heisser werdenden Ride haben wir endlich unser Hotel in Clarkston erreicht. Ich habe umgehend meine Badehosen angezogen und mich im Pool abgekühlt. Das war herrlich. Heute morgen nun starteten wir zur nächsten Etappe. War bisher alles sehr hart, war dies eine der schlimmsten Fahrten. Wie kann man nur in solch einer Einöde leben? Alles braun, aber trotzdem viele Rinder und Kühe, weit und breit kein Haus, geschweige denn ein Restaurant oder eine Tankstelle, wo man etwa Kühles kaufen konnte….. wenn man so unterwegs ist, da schliesst man mehr als einmal mit dem Leben ab. Aber irgendwann wurde es dann doch besser, das WW rückte immer näher und wir wurden immer schneller – wie heisst es doch so schön: wenn das Futter nicht mehr weit ist…. Also, schlussendlich haben wir unser Hotel in Walla Walla erreicht und welche Überrraschung – alle die alten Autos, die wir seit Clarkston gesehen hatten, standen bei uns beim Hotel. Da musste ich doch gleich noch ein paar Fotos machen. Obwohl – jedes dieser Schätzelis hätte eine eigene Foto verdient. Ganz toll. Wir gingen dann zu Fuss in die Altstadt und trafen dort neben jedem zweiten Haus eine Weinhandlung auch eine Band, die ganz tolle Musik im Soul Style machte. Und da tanzten zwei alte Leute zu den Klängen und erinnerten sich wahrscheinlich an etwa 70 Jahre früher J. Aber schön, dass man auch im hohen Alter den Spass am Leben nicht verliert. Wir gingen dann noch etwas Wein testen, schliesslich ist Walla Walla eine Weingegend, die den meisten Europäern unbekannt ist und bei leichter Dunkelheit wollten wir zum Hotel zurück, wobei wir uns hoffnungslos verliefen. Aber schlussendlich fanden wir unser Domizil und so sind wir zwar müde, aber glücklich wieder in unserem Hotelzimmer angelangt. Für heute ist mein Bericht zu Ende. Ach ja, Berglöwen haben wir leider keine gesehen, Kojoten auch noch nicht, aber Schlangen, die sich auf der Strasse sonnen, hats immer wieder und da heisst es auch, aufpassen. Wie es mit dem Wildfire am Shasta Mountain weitergeht, werde ich in meinem nächsten Beitrag berichten.

 

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